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vor Ort

24.10. Digitaler Jubiläumsfachtag – 20 Jahre SCHLAU NRW

*** Der Fachtag wird auf Grund der steigenden Corona-Zahlen digital stattfinden. Eine Anmeldung ist bis zum 23.11.20 um 11 Uhr möglich ***

SCHLAU NRW wird 20 Jahre alt. Zu diesem Anlass laden wir Sie und Euch ganz herzlich zu unserem Jubiläumsfachtag 20 Jahre SCHLAU ein.
Im Mittelpunkt des Fachtages steht das Kernelement von SCHLAU: Das biografische Erzählen von Coming-Out Geschichten. In einer dialogischen Keynote und in mehreren Workshops werden wir uns dem Konzept „Lernen durch Begegnung“ aus unterschiedlichen Perspektiven widmen.

Im Nachfolgenden geben wir genauere Infos zu den Inhalten des Programms:

 

Dialogische Keynote: Coming-Out-Geschichten Erzählen als Bildungsangebot
Spannungsverhältnisse zwischen Sensibilisierung, Empowerment und Streichelzoo

In der Arbeit queerer Aufklärungsprojekte spielt das Erzählen von Coming-Out-Geschichten neben Wissensvermittlung und Reflexionsmethoden eine zentrale Rolle und es gibt viele Hinweise auf ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Ziele queerer Bildungsarbeit. Im dialogischen Vortrag schauen Klemens Ketelhut und Katharina Debus auf Potenziale und Risiken verschiedener Herangehensweisen – sowohl in Bezug auf die Wirkungen für die Ehrenamtlichen als auch in Bezug auf Bildungseffekte für die Teilnehmenden. Sie legen dabei den Schwerpunkt auf das Erzählen von Coming-Out-Geschichten und bringen verschiedene theoretische und bildungspraktische Perspektiven ein.

Katharina Debus, Dipl.-Pol. und Sexualpädagogin (ISP), hat insbesondere in den 2000er Jahren politische Jugendbildung zu Geschlechterverhältnissen gemacht, u.a. Mädchenarbeit in der HVHS Alte Molkerei Frille. Seit 2009 lag ihr Schwerpunkt auf bundesweiter Fachkräftebildung und Praxis-Evaluation zu Geschlechterverhältnissen, Lernprozessen zu Diskriminierung sowie Sexualpädagogik, u.a. bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. Im Projekt Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (2015-19) hat sie mit Jugendlichen und Fachkräften zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt gearbeitet sowie Konzepte dieser Arbeit (weiter-)entwickelt und veröffentlicht. Der Blick auf Spannungsverhältnisse, Potenziale und Risiken verschiedener Herangehensweisen ist ihr besonders wichtig und sie freut sich auf die dialogische Arbeit mit Klemens Ketelhut bei diesem Fachtag.
Klemens Ketelhut, Dr. phil., Rehabilitationspädagoge und Soziologe, ist seit über 20 Jahren in schwul-lesbischen, später queeren Bildungskontexten aktiv – und freut sich ebenso auf das gemeinsame Nachdenken. Er hat mehrere Schulaufklärungsprojekte begleitet und forscht zu Fragen der Pädagogisierung der Anliegen sozialer Bewegungen aus einer bildungshistorischen Perspektive. Zudem ist er als Erwachsenenbildner für differenzsensible Hochschullehre/-didaktik tätig und arbeitet zu Herausforderungen queerer Bildung durch religiös und politisch motivierte Akteur*innen. Sein zentraler Gegenstand ist die Frage danach, wie gesellschaftliche Anliegen pädagogisch bearbeitet werden (sollen) und ob gesellschaftliche Ordnungsmuster dadurch veränderbar sind.

Workshops

Workshop (1)
Intersektionalität im Blick – rassismuskritische Haltung entwickeln, üben, verinnerlichen
Referent: Gianni Jovanovic, Initiative Queer Roma

Gianni Jovanovic ist der Sohn einer Roma-Familie. Schon als Kind erlebte er Diskriminierung und Ausgrenzung. Als Teenager wurde er von seinen Eltern verheiratet. Wenig später wurde er zweimal Vater. Mit Mitte 20 outete er sich in seiner Familie als homosexuell. Inzwischen ist er seit vielen Jahren glücklich mit einem Mann verheiratet und hat guten Kontakt zu seinen Kindern und Enkelkindern. Seit mehreren Jahren engagiert er sich für die Rechte von Roma & Sinti. 2015 gründete er unter anderem die Initiative „Queer Roma“ und macht sich stark für mehrfach diskriminierte LGBTIQ-Menschen in seiner Community. Er kämpft für Selbstbestimmung sowie mehr Sichtbarkeit von Minderheiten in der Minderheit. 2020 rief er deshalb auch das Kollektiv „Colours of Change“ ins Leben. Sein Ziel: People of Colour und Schwarzen Menschen in der LGBTIQ-Gemeinschaft mehr Raum geben.
Anhand seiner eigenen Biographie sensibilisiert Gianni Jovanovic in seinem Workshop für Themen wie Rassismus, Diskriminierung und Intersektionalität.

Workshop (2)
Inter* in queerer Bildungsarbeit – wie werden inter* Perspektiven sichtbarer und stärker?
Referent_in: Şefik_a Gümüş, Inter* Aktivist_in

What do you know about intersex?
Kompaktinput mit Basiswissen über Intergeschlechtlichkeit und Menschenrechtsverletzungen an Inter*-Personen und Menschen mit Variationen der Geschlechtsmerkmale und angschließende Reflexion über das Themenfeld Inter* in SCHLAU-Workshops.
Şefik_a Gümüş ist intersex und nicht-binär. Intersex-Aktivist_in und Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule und Trans* in NRW. Diplom-Sozialpädagogin* und systemische Therapeut_in.

Workshop (3)
So viele Labels! – Pluralisierung von Identitäten zwischen Empowerment und Vereindeutigung
Referent_innen: Katharina Debus Klemens Ketelhut

Queer als politisches und akademisches Projekt ist angetreten, festschreibende Identitäten zu kritisieren und gemeinsam über Identitätsgrenzen hinweg für ein besseres Leben jenseits von Heteronormativität zu streiten. Gleichzeitig sind Kämpfe um die Anerkennung und Normalisierung der eigenen Lebensweisen immer ein Kernelement von Bewegungen gegen Heterosexismus, Cis-Sexismus und Endosexismus gewesen. Identitäten und die dazugehörigen Labels können stärkend wirken, die Kommunikation erleichtern und zum Ausgangspunkt politischer Kämpfe werden. Aber sie können auch einengen, ausgrenzen und politisch spalten. Im Workshop wollen wir verschiedene Analyseperspektiven auf dieses Spannungsfeld vorstellen und gemeinsam mit den Teilnehmenden dazu in Austausch kommen

Workshop (4)
Trans. Frau. Sein. – Trans*feindlichkeit begegnen und Diskriminierungsmechanismen abbauen
Referentin: Felicia Ewert, Politikwissenschaftlerin und Autorin

Der Vortrag umfasst einen Überblick über verschiedene diskriminierende Begriffe, offen transfeindliche Organisationen, die Problematik einer Einteilung von Geschlecht in „Sex“ und „Gender“ und zeigt auf, inwiefern Transfeindlichkeit eine verbindende Funktion zwischen entgegengesetzten politischen Strömungen einnimmt. Zum Abschluss zeigt die Referentin das sogenannte „Transsexuellengesetz“ und wie bestehende diskriminierende geschlechtliche Vorstellungen realisiert und abgebaut werden müssen.

 

Ort

digital

Zeit

Samstag, 24.10.2020, 10:00 - 17:00

Anmeldung

24.10.20_Anmeldung_Jubiläum
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